Stiftung Warentest:
Kühl-Gefrier-Kombinationen (10/2009)
Was darf es sein? Kühl oder gefroren?
Siemens KI38SA60
Kühl-Gefrier-Kombinationen sind eine praktische "Two-in-One"-Lösung, die insbesondere dann Sinn macht, wenn der Platz für zwei separate Geräte zum Kühlen und zum Gefrieren fehlt. Die Stiftung Warentest hat Kombinationen getestet, deren Gefrierfach-Volumen zwischen 40 und 85 Litern beträgt und die oben reichlich Platz zum Kühlen bereithalten.
Im Querschnitt zieht die Stiftung Warentest eine positive Bilanz: die meisten getesteten Geräte schneiden mit "gut" oder sogar "sehr gut" ab. Darüber hinaus ist die Kühl-Technologie bereits weit entwickelt, so dass eine Deklaration mit dem Label "A" längst nur noch mittelmäßig ist. Die Hersteller übertreffen alle "A"-Anforderungen bereits um Längen, weswegen mittlerweile vielmehr "A+" oder "A++" als top im Energieverbrauch gilt.
Stromverbrauch versus Zusatzfunktionen
Man sollte sich vor Augen führen, dass ein Kühlgerät durchschnittlich 15 Jahre im Haushalt verbleibt, bevor es ersetzt werden muss. Das ist eine beeindruckend lange Zeitspanne, insbesondere, da das Gerät ohne Pause, rund um die Uhr durcharbeitet und damit einen maßgeblichen Beitrag zur Stromrechnung leistet. Nun sind Kühl-Gefrier-Kombinationen de facto "zwei" Geräte - damit ist es umso sinnvoller, ein energiesparendes Gerät zu wählen. Bei einer Neuanschaffung sollten Sie sich die Zeit nehmen, das Gerät beim Händler Ihres Vertrauens auf Herz und Nieren zu testen. Ästhetische Aspekte und eine optimale Anpassung an Ihre individuellen Bedürfnisse sind entscheidender als das Preisschild. Beispielsweise sollten Sie sich nicht - wie von der Werbung oft suggeriert - ein unnötig großes Gerät kaufen, denn es gilt: je größer das Volumen, desto höher der Stromverbrauch.
Andererseits ist ein "Mehr" an Energieaufwand durchaus sinnvoll, wenn man damit die Kühl-Qualität durch Zusatztechnik deutlich erhöht: hier zu nennen ist zum Beispiel "No-Frost" oder spezielle "Kaltlagerflächen". Sie benötigen zwar zusätzlichen Strom, dieser Input zahlt sich jedoch aus: "No-Frost" sorgt für ein automatisches Abtauen im Gefrierteil, bevor dicke Eisschichten die Kühlleistung abflachen. Die Kaltlagerflächen benötigen zusätzlichen Platz, bieten aber wegen Temperaturen zwischen 0 und 3°C eine optimale Umgebung für Lebensmittel, die schnell vergehen: Fleisch und Wurst oder Obst und Gemüse. Einige Geräte sind sogar mit "Warntechnologien" ausgestattet: wenn die Tür nicht richtig schließt oder der Strom ausfällt, ertönen Signale und viele Geräte informieren anschließend sogar, ob die Temperatur im Gefrierfach über einen kritischen Grenzwert angestiegen ist. Eher skeptisch bewertet die Stiftung Warentest jedoch Umluft-"Hygienefilter", mit denen einige Hersteller werben: sie vermelden eine antibakterielle Sauberkeit, die trügerisch ist. Um eine gründliche Reinigung der Flächen und Fächer und ein regelmäßiges Aussortieren abgelaufener Nahrungsmittel kommt man jedenfalls nicht umhin. Abschließend lobte die Stiftung Warentest noch die ästhetische Wirkung der seitlichen LED-Lichter des Liebherr-Einbaugerätes: sie erhellen den Kühlraum während sie gleichzeitig äußerst stromsparend sind.
Im Test: 22 Kühl-Gefrier-Kombinationen (davon 7 Baugleichheiten); 13 Stand- und 9 Einbaugeräte.
Bewertet wurden die Kühlfunktion (20%), Gefrierfunktion (20%), der Stromverbrauch (35%), Warnanzeigen und Anzeigen (10%) und die Handhabung (15%).
Wir zeigen Ihnen die Produkte der Einbaugeräte, die getestet wurden:
| Liebherr ICBP 3166 |
Miele KF 9757 iD-1 |
AEG-Electrolux Santo C 9 18 41-5i |
Siemens KI38SA60 |
Bauknecht KGIE 3205 |
Quelle/ Privileg Best.-Nr. 02776996 |
|
|---|---|---|---|---|---|---|
| Gesamturteil | 1,7 | 1,8 | 2,1 | 2,1 | 2,2 | 2,2 |
| Kühlen | 1,9 | 1,9 | 1,9 | 1,6 | 1,4 | 1,9 |
| Einfrieren & Lagern | 1,3 | 1,3 | 2,5 | 2,0 | 2,3 | 1,8 |
| Stromverbrauch | 2,0 | 2,0 | 2,1 | 2,1 | 2,6 | 2,3 |
| (Warn-)Anzeigen | 1,8 | 1,8 | 1,9 | 3,0 | 2,0 | 3,1 |
| Handhabung | 1,6 | 1,8 | 2,2 | 2,0 | 2,2 | 2,1 |
Tipps zum "richtigen" Kühlen
- Gekühltes kühl halten
- Sie sollten stets darauf achten, Lebensmittel, die im Kühlschrank aufbewahrt werden nur kurzzeitig herauszuholen, damit sie sich nicht unnötig erwärmen und zusätzliche Energie benötigt wird, um sie erneut abzukühlen.
- Auftauen
- Nutzen Sie die Kälte von gefrorenen Lebensmitteln, indem sie diese zum Auftauen schon am Vorabend in den Kühlschrank legen.
- Warmes erst abkülen lassen
- Stellen Sie erwärmte Speisen nicht "restwarm" in den Kühlschrank, sondern lassen Sie sie vorher weitestgehend abkühlen, beispielsweise auf dem Balkon. Die Wärme müsste andernfalls mit unnötigem Energieeinsatz aus dem Kühlschrank befördert werden.
- Abtauen
- Die Kühlleistung Ihres Gerätes kann signifikant beeinträchtigt werden, sobald sich Eis- und Reifschichten bilden. Versuchen Sie das Gerät deswegen regelmäßig abzutauen, sobald diese Schichten dicker als 3 mm sind. Bei Geräten mit No-Frost-Technik reguliert das Gerät automatisch die Vermeidung von Eis.
- Säubern
- Es ist wichtig, dass die Rückseite Ihres Gerätes eine freie Belüftung zulässt. Sie sollten deswegen ca. alle zwei Jahre die Geräte entstauben und die Lüftungsschlitze säubern.
- Dichtung überprüfen
- Insbesondere bei älteren Geräten sollten Sie die Dichtungen und Scharniere im Auge behalten und ab und an gezielt kontrollieren. Am Besten eignet sich dafür eine brennende Taschenlampe, eingelegt in den geschlossenen Kühlschrank. Sobald Sie von außen Licht wahrnehmen, muss nachgebessert werden.
Testergebnisse





